Wörter wie Sand am Meer
Aber auch mit dem unspezifischen Wortschatz sind der und die Wortbegeisterte gut bedient. Immerhin liefert er prinzipiell die Auswahl von ca. 300.000 bis 500.000 Wörtern. Legt man Studien zugrunde, in denen elektronisch gezählt wurde, dass im Tagesdurchschnitt ca. 16.000 Wörter gleichermaßen aus Mann und Frau heraussprudeln (adieu Klischee vom großen männlichen Schweiger und der weiblichen Quasselstrippe), wäre es somit möglich, mehr als 31 Tage jeden Tag neue Wörter zu benutzen. Mal von den praktischen Problemen abgesehen, wenn bereits am 2. Tag das Wort „ich“ oder „Büro“ aufgebraucht wäre und am 12. Tag auch keine Umschreibung mehr möglich ist. Das würde das Sprachniveau unser Alltagskommunikation vermutlich erheblich steigern.
Viel Platz im Kopf
Aber langsam: Denn 500.000 Wörter mag es geben, unser jeweiliges Gehirn kennt davon leider nur 40.000 bis 65.000 Wörter. Selbst davon bleibt nur ein trauriger Rest, wenn es darum geht, wie viele tatsächlich angewendet werden, nämlich 3.000 bis 5.000. Und in der modernen Kommunikation per SMS oder im Chat reichen sogar 100 bis 200 Wörter aus.
Mehr Wörter denkbar
Trotzdem: Ist es nicht eine schöne Hoffnung, dass mein Gehirn so viele Wörter mehr kennt als ich gemeinhin so spreche? Dann denkt mein Gehirn ja mehr als ich denke! Und damit besteht die Hoffnung, dass sich irgendwo in den Windungen meines Gehirns Wörter finden, die dann vielleicht eines schönen Tages für mich freigegeben werden, damit ich sie nutzen kann.
Und vielleicht ist unter all diesen Wörter dann das eine, mit dem ich endlich ganz genau das Innere eines Brötchens beschreiben kann. Nicht das Innere, na, diesen, diesen kleinen Kloß, der sich bildet, wenn das Brötchen aufgeschnitten wird, diesen hellen Knubbel aus Teig, diese Kugel aus Brötcheninnenleben, diese – ja, was?




Knurpsel