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Die 80er-Jahre: Von der Rasterfahndung zur Reisefreiheit – I

erstellt am: 20.07.2010 | von: Merkwürden | Kategorie(n): Wortwahl

Die 80er – ein dunkles Jahrzehnt oder Quell steter Inspiration? Die Wörter des Jahres klären auf. Sie zeigen viel Angst, einiges Überholtes und manchen Dauerbrenner. Erfahren Sie mehr über an die prägenden Wörter dieses Jahrzehnts der Vokuhila-Frisuren und Glamour-Popper.

Seit 1977 kürt die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) das Wort des Jahres. Wir blicken zurück.

Teil 1: Durchsucht, bedroht und egoistisch

Die 80er – noch vor einigen Jahren schienen sie uns unendlich fern. Glamour-Pop und Schulterpolster erregten beschämtes Hüsteln, mehr war da nicht. Aber das Blatt hat sich gewendet. Mit der gemeinen Stretch-Jeans und – ja auch das – der radfahrfreundlichen karottenförmigen Beinbekleidung sind auch in der Pop-Musik alte Töne zurückgekehrt. Grund genug, sich auch an die prägenden Wörter dieses Jahrzehnts der Modesünden und Vokuhila-Frisuren zu erinnern.

Es begann im Jahr 1980 mit der Rasterfahndung, die noch deutlich nach 70er-Jahren klang und ebenso wie der Synthesizer zur Zeit ein beruhigend-beunruhigendes Revival erlebt. Das beunruhigende: Jede(r) wird gerastert und als Datensammlung wieder ausgespuckt. Das beruhigende: Big brother is watching you – aber keiner hat die Zeit, die Daten auszuwerten. Bis heute ist nicht wirklich klar, wie das Raster aussehen soll. Gefahndet wird trotzdem fleißig.

Dann folgte die Nulllösung, die uns an die moderne Tante Nullwachstum erinnert. Aber damals ging es um den Verzicht auf Atomwaffen beiderseits des ‘eisernen Vorhangs’. Mit dem Wegfall dieses nicht gerade die Aussicht fördernden Trennstoffes ist auch der Verzicht ein wenig in Vergessenheit geraten. Jetzt geht es um Schurkenstaaten – nein, Russland gehört nicht mehr dazu – und ihre Atomwaffen. Aber dank Obama hat sich das ja wieder geändert. Womit die Nulllösung auch bald wieder in der Hitliste landen könnte.

Die Ellenbogengesellschaft ist ein Dauerbrenner. Die unbedingte Durchsetzungsfähigkeit bescherte uns nicht zuletzt mal wieder eine Finanzkrise. Trotzdem ist dieser Ausdruck gerade nicht hitverdächtig. Wer fährt heute noch wirklich seinen Ellenbogen aus? Die moderne Variante müsste virtueller klingen. Vielleicht: Mausklick-Tyrannei. Oder nach Finanzmarkt. Etwa: Börsenbullengesellschaft.

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