Gelegentlich gehe ich auf Gammelfleischpartys. Dort versuche ich keineswegs, ein preiswertes, wenn auch nicht mehr ganz frisches Häppchen für das Abendessen zu ergattern, nein: Hierbei handelt es sich um Tanzveranstaltungen für über 30jährige.
Korrekterweise müsste ich hier noch erwähnen, dass ich bereits zu den TeilnehmerInnen von Ü-40-Partys gehöre – aber dort schwingen überwiegend Ü-50jährige das jung gebliebene Tanzbein und deshalb…Ich schweife ab. Wahrscheinlich auch schon eine Alterserscheinung. Na, was soll es. Zurück zu den Anfängen: Gammelfleischparty.
Wir bleiben beim Fleisch: Änderungsfleischerei. Schon mal gehört? Das ist ein böses Wort für eine Klinik für Schönheitschirurgie. Bei all diesen Wörtern handelt es sich um ausgewiesene Jugendworte. Besagte ‘Gammelfleischparty’ war das Jugendwort des Jahres 2008. 2010 gibt es 30 Kandidaten, für die im Internet abgestimmt werden kann. Gewählt wird das Jugendwort des Jahres dann von einer Jury unter Leitung des Langenscheidt-Verlages aus den beliebtesten fünfzehn. Änderungsfleischerei gehört übrigens zu den Top 30.
Auf der Seite www.jugendwort.de kann die Wortfindung mitverfolgt werden. Allerdings ist auch im Jahre 2010 nicht alles neu: So gibt es den Vorschlag ‘versemmeln“: und das sagte man schon in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhundert, wenn etwas schief ging…




Wow – Langenscheidt goes modern! Das kommt wahrscheinlich dabei raus, wenn potentielle Teilnehmer einer Gammelfleischparty versuchen die sprachliche Änderungsfleischerei aufzusuchen – dann wird’s halt versemmelt.