Hier das Original von Friedrich Nietzsche,…
An der Brücke stand
Jüngst ich in brauner Nacht.
Fernher kam Gesang:
Goldener Tropfen quoll’s
Über die zitternde Fläche weg.
Gondeln, Lichter, Musik -
Trunken schwamm’s in die Dämmrung hinaus…
Meine Seele, ein Saitenspiel,
sang sich, unsichtbar berührt,
heimlich ein Gondellied dazu,
zittern vor bunter Seligkeit.
- Hörte Jemand Ihr zu? …
…das sich heute etwa so anhören könnte:
An ner Brücke hing
Ich letztes rum in fetter Nacht
Irgendwo war Party:
Schwarzer Afghane liefert’s
Über die schwappende Brühe an.
Jetskis, Spotlights, Mucke
-Voll breit geht’s in Richtung Halbdunkel ab…
Meine Psyche, ein Subwoofer,
checkte sich, untotenmäßig angetoucht,
unauffällig in den Sound ein,
angetörnt von geilem Feeling.
- Hatte das einer gerafft?…
Weitere moderne Varianten der guten alten Klassiker sind herzlich willkommen. Also, auf geht’s: Gedichtbände auf den Tisch und Altes modernilyren…Wir sind gespannt!




Eduard Mörikes „Frühling lässt sein blaues Band…“ kennt (fast) jede(r). Nur träumende Veilchen und ahnungsvoll das Land streifende süße Düfte, das sind Beschreibungen die unserem Alltagsstadtleben allzu häufig zuwider laufen…
Er ist’s
Frühling lässt den Pollenwahn
Wieder flattern durch die Lüfte
Miese, wohlbekannte Düfte
Fügen Abgase hinzu
Bäume sterben schon
Abfall stinkt in Tonnen
-Horch, von fern viel lauter Hupenton!
Umwelt, du bist tot!
Das hab ich vernommen!