Alfred Heinrich kam mit einem Affenzahn um die Ecke gebraust. Vom täglichen Dauerlauf gestählt, trat er auf seinen Drahtesel ein, um den Omnibus einzuholen. Ein paar junge Hupfdohlen aus der städtischen Ballettschule johlten hinter den Scheiben des Busses und piesackten Heinrich, indem sie aus den halb geöffneten Schiebefenstern ‘Trantüte, Trantüte’ posaunten und mancherlei anderen Schabernack trieben.
Fracksausen jedoch war Heinrich fremd. Er sann bereits mit grimmiger Freude auf das nächste Stelldichein mit den Zimtzicken: Einige von ihnen waren seine Schülerinnen auf dem Mädchenlyzeum. Nächste Woche würde er sie in der Lateinstunde zum Vokabeln abfragen antreten lassen. Da würde er keinerlei Eiertanz dulden, auch wenn die eine oder andere von den Backfischen ein wohlfeiler Augenschmaus war. So garstig würde er fragen, dass er sich selber wie ein wahrhaftiger Spitzbube vorkäme. Im Vergleich dazu würden die Punischen Kriege nur ein harmloses Scharmützel gewesen sein.
Doch: „Schluss mit dem Schnickschnack“, ermahnte er sich. Er besann sich seiner Absichten. Er musste den Omnibus einholen, koste es, was es wolle. Schnurstracks setzte er zum Überholmanöver an. Doch – pardauz…
Fortsetzung folgt…




Mir gefällt auch ‘Schlüpfer’ ziemlich gut…