Zufall: Erich Kästner bezeichnet ihn als größte Großmacht der Welt. Der im Alltag und seinen Tücken gefangene Laie spürt allerdings oft weder den philosophischen Erkenntnissen noch den wissenschaftlichen Erörterungen nach. Viel häufiger erlebt er oder sie sich einfach als Opfer.
Denn dem Zufall entkommen wir nicht. Zufällig muss im Supermarkt gerade bei uns die Kassenzettelrolle gewechselt werden, zufällig geht es ausgerechnet in der Schlange, in der wir uns angestellt haben, am langsamsten vorwärts und zufällig bekommen wir just am Wochenende Zahnschmerzen. Warum ist das eigentlich so und wer ist dafür verantwortlich?
Zufall, Chaos oder was?
Das Zustandekommen des Zufalls liegt für den Betroffenen meist völlig im Dunkeln: Das Ereignis ist kausal nicht erklärbar. Doch vielleicht erscheinen Ereignisse der geschilderten Art ja nur auf den ersten Blick als zufällig, während sie in Wahrheit vorherbestimmt sind? Aber von wem?
‘Gott würfelt nicht’ und überlässt somit laut Einstein jedenfalls nichts dem Zufall. Und wenn wir Gott aus dem Spiel lassen, wer oder was könnte dann für deterministische Prinzipien verantwortlich sein? Oder ist es möglich, dass Zufall und Determinismus eine wie auch immer geartete Verbindung eingehen? Sollte es gar so sein, dass der Zufall einer Art bürokratischer Regelung unterliegt und sich somit nur mühsam von Chaos und Unberechenbarkeit unterscheiden lässt?
Machen wir es kurz: in Köln ja. Denn am Rhein wird der Zufall nur für Berechtigte vergeben. Nicht umsonst heißt es schließlich: alles R(h)ein zufällig!





Gibt es auch ein Schild für den ‘berechtigten Zweifel’?