Was aber ist los, wenn die Fragestellungen immer unwichtigere Dinge betreffen? Droht ein Denkverlust durch sinnentleerte Wörterschwemme oder umgekehrt? Verbal banal – fatal?
Wie verhält sich die Sprache zum Denken? Sprache, was ist das eigentlich? Sicher – das, was gesprochen wird, aber auch noch viel mehr: Fälle, Grammatik, Struktur. Aber denken wir dieses Regelwerk auch – auch, wenn wir unsere Muttersprache sprechen lernen? Sind denn die Gedanken immer in Sprache umzusetzen? Was, wenn mir die Worte fehlen? Oder ist das der typische Fall des gedankenlosen Umgangs mit Sprache? Fragen über Fragen. Und was macht die Werbung?
Käufliches Denken, oder?
Sie schert sich nicht drum. Sie bombardiert unseren Denkapparat mit einer ganz speziellen Sprache: ‘Bin ich schon drin? Haben Sie sich entschieden, niemals dick zu werden? Warum wollen Sie sich mit weniger zufrieden geben? Haben Sie heute schon geschweppt? Ja, ist denn heut’ schon Weihnachten? Oder: Warum Vaillant?’ Klingt gut – aber wie soll dann in unserem Oberstübchen noch Raum für die wirklichen wichtigen Fragen sein: ‘Was ist das Wesen der Liebe? Was ist der Sinn meines Lebens? Warum kann ich ein gedachtes Wort niemals wieder ungedacht machen? Und warum schmeckt mir Esspapier heute nicht mehr so gut wie vor vierzig Jahren?’
Die Gedanken sind frei
Doch andererseits: Wer will schon bestimmen, welches die wirklich großen und wichtigen Fragen sind? Und die Gedanken wollen wir schon mal gar nicht beschränken. So möge sich doch jede/r entscheiden, welche Worte sie/er im Hirn bewegt und von welchen sie/er sich bewegen lässt. Und was als Sprache das Licht der Welt erblicken soll. Apropos wichtige Fragen: Heute schon bei MerkWert gebloggt?




Öh ja, gebloggt nicht, aber kommentiert. Ist das nicht Spitze?;-)