Es geht bergab. Fernsehen ist nicht mehr das, was es mal war, Partys geraten aus dem Ruder und Gespräche verflachen. Dass das keine Klage ausschließlich älterer Herrschaften ist, lässt sich beweisen. Denn in der Jugendsprache gibt es ein Wort für das stetige Absinken des Niveaus: Niveaulimbo. Voilà, das Jugendwort des Jahres 2010.
Die preisgekrönten 3
Dass das ‘Arschfax’ Platz Zwei geschafft hat – das ist übrigens ein hinten aus der Hose heraushängendes Etikett – mag manchen verwundern: von wegen Niveaulimbo und so. (Aber ganz ruhig: Manchmal bringt Sprache die Dinge eben auch etwas derber auf den Punkt; Jugendsprache sowieso. Und auch die ‘Gammelfleischparty’ der früheren Jahre - s.Blogeintrag ‘Der Jugend das Wort’ – zerging nicht gerade zart auf der Zunge.)
Wie auch immer: Auf Platz Drei findet sich das ‘Egosurfen’ – das ist das Wellenreiten im Worldwide Web: den eigenen Namen in die Internet-Suchmaschinen eingeben und lesen, was im Netz so über einen geschrieben wird. Nicht wirklich neu, aber aufgrund des Boom der Social Media Plattformen wieder aktuell geworden.
Die Jury und die Wirklichkeit
Das ist die Wahl, die die Jury getroffen hat. Was die Teilnehmer der Online-Abstimmung sagen, sieht nicht ganz so aus. Auf Platz Eins der Top 15 steht die ‘Änderungsfleischerei’ für ‘Klinik für Schönheitschirugie’, gefolgt von ‘Arschfax’ und ‘Atze’ für Kumpel. Der ‘Niveaulimbo’ tanzt dabei ziemlich weit unten.
Nun sind die Jugendlichen in der Jury nicht gerade überrepräsentiert: Drei Teenagern im Alter von 14 bis 17 Jahren stehen vier Journalisten gegenüber. Da kann es schon mal einen deutlichen Unterschied zum allgemeinen jugendlichen ‘Volksentscheid’ geben. Jugendliche stimmen ab und Journalisten sagen, was wirklich Sache ist?
Doch so kommen wir immerhin dem Jugendwort des Jahres auf die Spur: Verbirgt sich vielleicht hinter Nummer Eins ‘Niveaulimbo’ doch die Klage und der Stoßseufzer der etwas älteren Generation?




Ob die Online-Wahl aussagekräftiger ist, sei mal dahingestellt. Es gab wohl kaum eine Altersbeschränkung – sodass jedeR abstimmen konnte- Egal ob 18 oder 80 Jahre alt. Kann also gut sein, dass das Altersverhältnis noch viel weniger repräsentativ war.