Zugegeben, es handelt sich um ein Wort, das nicht allzu gebräuchlich ist, aber wir tun alles dafür, diesen Umstand zu ändern, damit sich irgendwann auch der beschriebene Zustand wandelt. Denn Wandlung ist dringend nötig. Und – auch zugegeben -: Wir haben das Wort nicht erfunden. Aber das macht nichts in Anbetracht des allumfassenden kritischen Potenzials dieses Wortes, da stellen wir uns gerne hinten an.
Aber lassen wir das Wort zu seinem Recht kommen. Vielleicht ist es zunächst ein bisschen sperrig, gewissermaßen von spröder Schönheit, aber das ist zweitrangig angesichts seines – ja, Sie wissen schon – Potenzials: ‘GenderTerror’. Es fasst den allgegenwärtigen Druck, ein Mensch mit einem Geschlecht zu sein und zwar mit einem eindeutigen – männlich oder weiblich. Da bleibt kein Spielraum. Und wenn das entschieden ist, dann ist auch alles andere klar.
Terror vom ersten Tag an
Besonders schön lässt sich das im Kinderland beobachten, in dem der GenderTerror gänzlich ungeniert ausgeübt wird: Eine Junge schreit, weil er wehleidig ist, er tobt und muss sich bewegen, feinmotorisch ist er untalentiert und bei Bällen kann er sich nicht zurückhalten. Ein Mädchen ist sozialkompetent und friedlich, es trägt – quasi genetisch kodiert – rosa, malt alles voll, was in seine Reichweite kommt und redet gern und viel. Sollte ein Kriterium wider Erwarten nicht zutreffen, kann entweder lauthals geklagt werden oder aber es findet sich eine Lösung: Das wenig sozialkompetente Mädchen ist eine Zicke und der nicht wehleidige Junge schon ein ganzer Kerl.
Es ist so, als setzte sich das ganze Umfeld vom ersten Tag an eine Brille auf, die nie wieder abgenommen wird. Qua Geschlecht ist fast alles geklärt und wenn es dann später mal in der Hetero-Beziehung nicht so läuft, ist die Erklärung auch schon gefunden. Diese Zwei-Welten-Theorie ebnet Unterschiede wie eine Planierraupe ein, indem sie alles auf einen einzigen Unterschied zurückführt.
Öffnet die Augen
Das ist mit einem Wort: GenderTerror – allgegenwärtig und unberechenbar. Wir sollten dieses Wort so oft wie möglich aussprechen, um unserer Umwelt die Augen zu öffnen. So einfach ist das nicht und wir hätten alle mehr Spielraum, wenn wir uns von diesem Terror befreien könnten. Da hilft keine Task-Force und keine militärische Intervention. Da hilft nur Aufklärung, wo immer es geht. GenderTerror ist ein Wort, das den Aufstand probt und das ganz sanft.




Ich weiß nicht, das Wort ist ziemlich hart. Von Terror kann doch keine Rede sein. Es lässt sich jedenfalls biologisch und neurologisch belegen, dass es Unterschiede gibt. Das heißt zwar nicht. dass Mädchen rosa tragen müssen oder Jungs Fußball spielen. Aber es erklärt doch so manches Problem zwischen den Geschlechtern.