Das Ergebnis: ‘Neudeutscher’ und ‘Migra’ führen die Liste der Neuwörter mit über 13 % der Stimmen an. Warum denn nicht einfach ‘Reinländer’? Oder eben einfach ‘Inländer’. Oder ‘Drinländer’? Aber Neudeutscher?
Nur kurzdeutsch ist man neudeutsch
So richtig neu sind ja nun mal auch nicht alle. Wer vor fünf, zehn, zwanzig Jahren nach Deutschland gekommen ist und jetzt als ‘Neudeutscher’ betitelt wird, wird sich in diesem Sammelbecken wohl nicht aufgehoben fühlen. Da klingt ein wenig süffisante Überheblichkeit nach – wie seinerzeit beim ‘Neureichen’. Und ‘Migra’? – zumindest für alle Menschen mit Aküfi (Abkürzungsfimmel) gut geeignet. Platz 3 erobert (!) der ‘Panglobale Beute-Teutone’. Och nee. Freundlich klingen ist irgendwie anders.
Kreativ ist zahlenmäßig tief(er)
Im guten Mittelfeld bewegen sich die sprachlich schönen und kreativen Umschreibungen wie ‘Antivergreisungshelfer’ (5,9 %), ‘Buntmacher’ mit 5,1 % und ‘Entkalker des Spießbürgertums’ mit 4,8 %. Ziemlich abgeschlagen liegen der ‘Drinländer’ (2,7 %) und der ‘Memi’ mit 1,7 %.
Fakt ist: Überzeugt hat die Teilnehmer der Wortsuche keines der gefundenen – trotz aller zutage getretenen Freude an neuen Sprachkreationen. Denn die Mehrheit will es haben wie es ist: Menschen mit Migrationshintergrund. Doch was kein taz-Wettbewerb auf Knopfdruck zustande bringen kann, das braucht sich vielleicht im Alltag nur zu entwickeln. Sprache findet ihren Weg. Dauert möglicherweise noch ein paar Jahre. Kommt bestimmt.




bin für reinländer: dann können rheinländer mit h und reinländer ohne h sich gemeinsam zum weltfrieden schunkeln