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APP-Kürzung

erstellt am: 11.01.2011 | von: emagla | Kategorie(n): Wortwahl

Weiß Ihre Großmutter, was ein ‘APP’ ist? Hierzulande kaum, in Amerika ist das anders: Denn mit diesem schlagkräftigen Argument kürte die ‘American Dialog Society’ ‘APP’ zum Wort des Jahres. Kurz und knackig drängt sich so zwischen all den Wörtern des Jahres in und um Deutschland herum die US-amerikanische Entscheidung hervor.

Seit 1990 macht man sich in den Vereinigten Staaten auf die Suche nach der wortwörtlichen Nummer Eins des Jahres. Die Jury besteht aus Sprachwissenschaftlern und Autoren, jede Bürgerin, jeder Bürger kann Vorschläge einreichen – mit einer Bedingung: Es muss sich um einen Begriff handeln, der die gesellschaftliche Debatte entscheidend mitgeprägt hat.

Technik ganz oben

In Amerika tun das offensichtlich viele Begriffe aus der IT-Welt: ‘Tweet’ war Wortsieger 2009 und Wort des Jahrzehnts  ‘Google’. Ob allerdings die ‘Applications’, Mini-Programme für Smartphones und iPads, kurz: ‘APPs’ tatsächlich für gesellschaftlichen Wirbel gesorgt haben? Immerhin hat eine milliardenschwere Apple Werbe-Kampagne das ihrige dazu getan, dass das Wörtchen ‘APP’ ein verbaler Dauerbrenner und sogar Oma-kompatibel ist. Durchgesetzt hat es sich übrigens gegen ‘Wikileaks’. Wer sich jetzt fragt, ob das Geschehen rund um die Internetplattform nicht von höherer gesellschaftlicher Relevanz sei, bleibt erstaunt zurück.

Zwischen Politik und Mahlzeit

Einen kleinen Trost gibt es jedoch: Auch die aus der ‘Sesamstraße’ stammende Lautmalerei ‘nom’ – was soviel bedeutet wie ‘njam,njam’ und leckeres Essen meint  – hat sich bei der Wahl zum Wort des Jahres nicht durchsetzen können. Auch hier will die gesellschaftliche Brisanz des Begriffs nicht recht einleuchten, es sei denn, es ginge dabei um den kollektiven amerikanischen Hang zum Übergewicht. Allerdings bietet lecker, lecker  ‘nom’ nicht unbedingt Anlass, gesundheitspolitisch interpretiert zu werden. Es bleibt dabei: andere Länder, andere Worte. Und wen die amerikanische Wahl zum Wort des Jahres unbefriedigt lässt, der tröste sich mit einem guten Essen. Na denn. ‘Nom Nom’. Guten APP-etit!

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Kommentar

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Apropos Appkürzung, in Deutschland wäre es dann der W-Bürger oder amerikanisiert: der ‘W’Burger? Lecker.

Spricht nicht so unbedingt für die Staaten. Brisanter wären doch Worte wie shoot-out o.ä. Es wäre mit Sicherheit hilfreich, wenn sich mehr US-Amerikaner-/innen mit den politischen und gesellschaftlichen Zuständen befassen würden als an ihrem Smartphone rumzudaddeln.

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