Das Phänomen ist erstaunlich genug: Zwei Autoren/innen tischen auf, was eigentlich schon seit langem bekannt ist. Dass Massentierhaltung Elend erzeugt und zwar nicht nur für die Tiere, sondern auch für die Menschen, die sie verspeisen, sollte mittlerweile auch dem Letzten klar geworden sein. Die jüngeren Skandale waren ja kaum zu überhören. Trotzdem scheinen die Verbraucher eine träge Masse zu sein.
Masse in Bewegung bringen
Diese Masse wollte Jonathan Safran Foer in Schwung bringen, damit sie ihre wahre Macht erkennt und einsetzt. Seine Kampfschrift verkauft sich prächtig (schon mehr als 150.000 Exemplare allein in Deutschland) und die Zuhörer-/innen stehen bei seinen Lesungen Schlange. Und warum das alles? Um sich mal richtig zu gruseln, um doch noch zu einem Gutmenschen zu werden oder einfach nur, weil wir alle Wut gegen die da oben im Bauch haben?
Während Foer ehrlich empört zum Kämpfer wird, stolpert Karen Duve hinterher: Sie hat sich einem Selbstexperiment unterzogen, aus dem sie ihre sanfteren Schlüsse zieht. Dumm, dass sie zu spät gekommen ist, aber die Aufmerksamkeitswelle reicht aus, um auch Duve noch mitzuerfassen. Offensichtlich lässt sich mit Empörung Geld verdienen – und das ist auch gut so. Jedenfalls besser als mit seichten (Auto-)Biographien.
Munition für den Wutbürger
Die Motivation ist letztlich zweitrangig, wenn sich endlich wirklich was bewegt. Positivlisten und andere kosmetische Korrekturen helfen da wenig. Bleibt die Hoffnung, dass das Engagement literarischen Könnens etwas erreicht. Wohlgesetzte Worte können treffen – die Kampfschrift liefert dem Wutbürger Munition.




Ach herje, dass manche Leute immer so ein Gewese um alles machen müssen. Wir Menschen haben schon immer Tiere gegessen und das wir auch so bleiben. Und wenn’s viele Menschen sind, braucht’s auch viele Tiere.