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Wortart ist keine Kunst

erstellt am: 22.02.2011 | von: emagla | Kategorie(n): Wortweiser

Wortarten oder Wortklassen werden aufgrund der Zuordnung nach gemeinsamen grammatischen Merkmalen gebildet. Einfach gesagt unterscheiden sie sich nach ihrer Stellung innerhalb eines Satzes. So stehen Adjektive im Deutschen vor dem Substantiv und nach einem Artikel. Und wo stehen die Frauen? In manchen Sprachlektionen jedenfalls in überwunden geglaubten Zusammenhängen.

Die gute Absicht ist unumstritten. Warum nicht in den Tiefen des Internets ein Lernposter für die deutschen Wortarten entwickeln, mit dem man – wie man lesen kann – Grammatik „im Vorübergehen“ lernen kann? Und im Vorübergehen lernen wir noch ein wenig über die spannende Begegnung von Mann und Frau, Junge und Mädchen, ihr Verhalten und die ihnen zustehenden Rollen.

Der, die, das – wer, wie, was

Wortklasse und Beispiel – lassen wir sie im einzelnen beiseite und begeben uns in die lehrreiche Geschichte von Max und Anna, deren schicksalhaftes Zusammentreffen sich an zehn Wortarten entlang hangelt. Folgen wir der Anbahnung eines jungen Glücks, zu dem Max sich erst selbst ermannen und Anna erst einmal überreden muss, um dann… Aber wir wollen nicht zuviel verraten. Lesen Sie selbst:

Max hätte Anna so gerne geküsst. Er hatte nämlich noch nichts gegessen. (Küsse ersetzen ja bekanntlich das beste Essen!)

Um jeden Preis will der Schüler Max das Mädchen küssen. Der Magen knurrte. (Jetzt wird es aber höchste Zeit, wenn schon der Magen knurrt!)

Der fleißige Schüler läuft dem flinken Mädchen nach. Das ist ein gutes Training. (Wer auf Frauenfang geht, muss fit sein!)

Er muss dieses Mädchen küssen, denkt er dabei. Ihr werdet schon sehen! (Und auch den Kumpels will Können gezeigt werden.)

Wenn sie doch von selber käme! Er sieht sie und flieht. Jetzt oder nie! (Kleine Schwächen machen Männer doch erst liebenswert.)

Mädchen wollen erobert werden

Gestern schon hätte er sie gerne geküsst. Heute entkommt sie mir nicht! Hier ist der richtige Platz. (Das Jagdrevier ist abgesteckt.)

Das Mädchen versteckt sich vor Max hinterm Baum. Zum Teufel, dachte er bei sich. (Nun reicht es aber. Versteckt diese Zicke sich hinterm Baum!)

Der Schüler läuft zu dem Baum, welcher in einem alten Garten steht. (Hargrr. Nix wie hin.)

Einen Kuss wollte er ihr geben. Der erste Kuss saß! Hundert sind es geworden. (Muss es im Jägerlatein nicht heißen: Die erste Kugel traf? – Und dann nochmal nachladen?)

Pfui!“ rief sie dann. „Ah“ sagte er zufrieden. (Sagt Frau „Pfui“, kann der Mann zufrieden sein. )

Wird das nicht der Beginn einer wunderbaren Freundschaft – und vielleicht sogar mehr? Und was haben wir dabei gelernt? Grammatik ist viel mehr als sie erscheint. Öde Büffelei? Von wegen. Leben pur – nicht unbedingt am Puls der Zeit – aber vielleicht im Kopf von noch so manchem Zeitgenossen.

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