In der Schnurkeramik-Kultur der Kupfersteinzeit herrschte Ordnung: Bei der Beerdigung wurde fein säuberlich zwischen Männern und Frauen unterschieden. Frauen wurden auf die linke Seite mit dem Kopf nach Osten ins Grab gelegt, Männer auf die rechte Seite mit dem Kopf nach Westen. Was war also anders an dem Mann, der verkehrt herum im Grab liegt?
Küche und Käffchen
Schnell ist er als schwuler Höhlenmensch ausgemacht. Auch weil er keine Waffen, sondern Töpfe und so etwas wie Kaffeetassen als Beigaben neben sich liegen hat. Das passt ins Klischee. Da freuen auch wir uns: Endlich wissen wir, woher der Begriff andersrum stammt und können uns weitere Spekulationen – etwa sexueller Natur – über diesen Ausdruck sparen. Immerhin hat es unser verdrehter Freund geschafft, dass seine Grabstätte, die jetzt zur Ausgrabungsstätte geworden ist, reichlich Besucher/-innen anlockt. Vielleicht können wir durch ihn auch noch etwas über posthumen Erfolg lernen.
Aber natürlich gibt es auch Spaßverderber, die sich mit den Erklärungen nicht zufrieden geben, die Methodik der Geschlechtsbestimmung bemängeln oder noch weiter gehen: Er könnte auch transsexuell oder transident gewesen sein. Dabei passt doch alles so gut zusammen. Für uns bleibt er für immer andersrum – und hat damit ein Rätsel gelöst.



