Und fragen uns zuerst: Wer ist eigentlich dafür zuständig, einen Tag zum Feier-, Welt-, Gedenktag zu bestimmen und ein entsprechendes Sujet festzulegen? Beim Tag des Bieres ist es relativ einfach, die Bierbrauer als Initiatoren auszumachen, wer genau verhilft dem Buch zum Feiertag?
Welttag inklusive Schenkungsklausel
Des Rätsels Lösung: Es war die UNESCO, genauer gesagt die 28. Generalkonferenz der UNESCO. Dass sich das fast schon päpstlich anhört, ist nicht wirklich ein Wunder, hat sich doch die UN-Organisation für Kultur und Bildung von einem katalanischen Brauch anregen lassen, der besagt, dass man am Namenstag des Heiligen Georgs gefälligst mal Rosen und Bücher verschenken solle. Klare Anweisungen erleichtern das Schenken.
Ehret den Urheber
Doch nicht nur dem Buch gebührt an diesem Tage Ehre, der 23.4. ist zudem der Feiertag des Urheberrechts. Dieser dürfte allerdings in unseren Breiten aufgrund diverser peinlicher Plagiatsaffären gerade eher zum stillen Gedenktag mutieren. Jedenfalls hat das „Herumdoktern“ an einem Werk aktuell eine ganz neue Bedeutung bekommen.
Genie statt Doktor
Der 23. April hat noch mehr zu bieten: Er ist der Todestag von Miguel de Cervantes und William Shakespeare. Das passt, denn für Cervantes’ ‘Don Quijote’ gab es eh keine Grenzen mehr zwischen Literatur und Wirklichkeit, Wahrheit und Fiktion. Und Shakespeare, der soll ja das ein oder andre Mail durchaus abgekupfert haben – hört man -, ein Gerücht, das allerdings von der Wissenschaft als haltlos bezeichnet wird. Aber vielleicht will man sich dort, was Plagiate angeht, augenblicklich einfach nicht weit aus dem Fenster lehnen.
Lassen wir uns nicht beirren und lesen – vielleicht auch in Gesellschaft eines guten Bieres – am Welttag des Buches mal wieder ein gutes. Und falls uns irgend etwas darin bekannt vorkommen sollte, erinnern wir uns an Brecht, der zum Thema Abschreiben gesagt haben soll: “Ich schreibe ab und zu.”




Mit Verlaub – Bier und Buch passt nun aber gar nicht zusammen.