Mahlzeit. Korinthenkacker sind echte Erbsenzähler, Neunmalkluge und Oberschlaue. So sind sie eben. Sie wissen immer alles besser, auch der kleinste Fehler entgeht ihnen nicht und der Blick aufs große Ganze bleibt ihnen versagt, auch und gerade die Nebensächlichkeiten sind von höchster Bedeutung, Nachlässigkeiten werden nicht geduldet. Aber bitte: Warum Korinthenkacker? Eine schöne Alliteration, aber sonst doch eher unappetitlich.
Leckere Trockenfrüchte?
Klingt doch noch richtig gut. Korinthen sind die kleinsten getrockneten Weintrauben und stammen aus, richtig: dem griechischen Korinth. Damit steht fest, dass es keineswegs der Korinthenkacker ist, der auf dem stillen Örtchen gesunde Köstlichkeiten ausscheidet, vielmehr ist klar: Wer so kleinteilig köttelt, der muss auch kleinlich denken und kleinlich sein, irgendwie vermurkst. Nervtötend. Perfekt. Pingelig.
Pingelig am Pingelpott
Pingelig kommt vom Pingelpott: Den nutzten die Blaufärber für das erlesene Indigo-Blau, mit dem sie Blaudrucke herstellten. Damit die gute Farbe nicht am Rand des Topfes kleben blieb, klopften (pingelten) die Blaufärber mit einem Knochen von außen an den Pott. Und Eisenkugeln pingelten von innen gegen das Gefäß, damit die Farbe nicht klumpte. Klingt doch gar nicht so schlecht. Immerhin wurde doch etwas Wertvolles durchs Pingeln geschützt.
Und das versuchen auch die Datenschutzinitiativen, wenn sie das Recht der Bürgerinnen und Bürger auf informationelle Selbstbestimmung gefährdet sehen. Oder wenn sie verhindern wollen, dass unsere Daten Missbrauch, Diebstahl oder Hacker-Angriffen ausgesetzt sind. Denn Datenpannen und -skandale haben nun mal rapide zugenommen. Muss man das hinnehmen? Blindes Vertrauen in die Volkszählung nützt da wenig. Schließlich kann es doch nicht schaden, dass der ein oder andere Pingel in Deutschland die Dinge mal ganz genau unter die Lupe nimmt: auch wenn er so zum Korinthenkacker wird.




Danke – habe mir doch gedacht, dass der Korinthenkacker mit Sicherheit eine erheiternde Herkunft hat.