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Frauenfußball aus dem Effeff

erstellt am: 30.06.2011 | von: emagla | Kategorie(n): Wortwege

Fußballfieber und hoffentlich ein Sommermärchen 2011 – Deutschland ist endlich mal wieder in Feierlaune: Hurra, es ist WM! Der Frauenfußball ist das Aushängeschild des DFB, er ist beliebt bei Alt und Jung, sogar Sammelbildchen gibt es! Und eigentlich ist alles wie bei der, na, der Fußball-WM eben. Der der Männer. Nur, dass wir eben nicht Fußball, sondern Frauenfußball feiern. Warum eigentlich?

Frauenfußball bezeichnet – laut Wikipedia – „die Sportart Fußball, wenn sie von Frauen ausgeübt wird.“ Insoweit ruft diese Aussage weder ein erstauntes „Oho“ noch ein ob dieser Wissensbereicherung beglücktes „Aha“ hervor.

Weiter geht`s also mit den lexikalischen Eindrücken: „Der von Frauen gespielte Fußball unterscheidet sich in Bezug auf Regelwerk, Spielweise, Taktik und Strategie nicht vom Fußball der Männer.“ Und warum heißt er dann anders, mögen naive Gemüter fragen? Eben Frauenfußball und nicht einfach Fußball? Natürlich, um ihn vom Männer-Fußball zu unterscheiden! Gut, wir unterscheiden: Es gibt Männer-Fußball und Fußball. Und Fußball ist das, was die Frauen spielen.

Von der Mädchenschule zum Frauen-Fußball

Aber nein, so geht das nicht. Männerfußball war eben zuerst da, während der Herrenclub DFB den Frauenfußball erst Ende der 70er zugelassen hat. Und was zuerst da war, hat auch das Recht, namentliche Akzente zu setzen. Eine sprachliche Abseitsfalle? Ist ja bei Gymnasium und Mädchengymnasium auch nicht anders. Oder Haus und Frauenhaus. Oder Tag und Frauentag. 364 Tage des Herrn – und einer für die Frau.

Adam war Erster

Doch das ist eben der Normalfall: Was nur – Verzeihung – , was ausschließlich für Männer gedacht war, braucht kein Kompositum. Es steht für sich. Immerhin ist das Kompositum rein sprachwissenschaftlich ein aus mehreren eigenständig gültigen Teilwörtern zusammengesetztes Wort und das heißt beim aktuellen sportlichen Thema schon viel: Frauen! Fußball! Eigenständig gültig! Das mag schon so mancher vor Dankbarkeit die Tränen in die Augen treiben.

Doch vielleicht birgt Wikipedias Wissen um die Historie des Frauenfußballs des Rätsels Lösung: „Der Frauenfußball hat eine turbulente Geschichte – zeitweilig galt er als moralisch verwerflich – und kämpft in den meisten Ländern noch immer um gesellschaftliche Anerkennung.“ Und da hat man sich wohl gedacht: Wenn doch die Frauen auch noch immer um gesellschaftliche Anerkennung kämpfen müssen, passt das alles ganz gut zusammen und so verbinden wir die Frauen und den (moralisch verwerflichen Frauen-)Fußball zu einer Einheit. Frauenfußball eben. Rein sprachlich gesehen. Schland.

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Warum fragen die eigentlich Schweinsteiger, Klopp und Konsorten vor dem Spiel gegen Nigeria, was sie von Frauen-Fussball halten? Frau stelle sich das umgekehrt vor! Nicht so professionell, tja, kein Wunder. Ich glaub, beim EM-Sieg Ende der 80er gab es für die Frauen noch ein Teeservice zum Titelgewinn. Alles klar?

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