Duden online findet für „verkasematuckeln“ zehn verschiedene Bedeutungen: 1. auseinandersetzen, 2. verdeutlichen, 3. vernaschen, 4. erläutern, 5. verschlingen, 6. vertilgen, 7. verdrücken, 8. aufessen, 9. entwickeln, 10. erklären. Im Zeitalter der Zeitknappheit eine Möglichkeit zum effizienten Sprachgebrauch. Gut, bis alle zehn Möglichkeiten verinnerlicht sind, muss eine gewisse Zeit investiert werden. Die wird dann schnell wieder reingeholt, denn zu überlegen, wie drück ich es denn jetzt aus, erübrigt sich. In zehn (!) Fällen.
Kasematuckel-Herkunftsland ist unbekannt
Interessant ist, dass das Duden-Herkunftswörterbuch dieses Wort auf keiner seiner 839 Seiten stehen hat. Auch Duden.de spuckt außer der Top-Ten-Gebrauchsliste keine Informationen zur Herkunft aus, lässt aber einen gemeinsamen Nenner zu: “salopp” steht in Klammern zur näheren Erläuterung des Gebrauchs. Somit ist zumindest eine Wort-Nische gefunden.
Auf der Internetseite Ruhrgebietssprache.de gehört das schöne Wort so zum Pott wie der BvB, aber um die genaue Erläuterung seiner Herkunft macht sie dann doch kein Aufhebens. Auch im Artikel „Hamburg sammelt bedrohte Wörter“ auf der Seite dradio.de wird „verkasematuckeln“ erwähnt, auch hier bleibt es dabei: Die Herkunft bleibt im Dunkeln. Also kann nur vermutet werden, dass das Wort (unter anderem?) von einer norddeutschen und/oder „ruhrpöttischen“ Färbung durchzogen ist.
Ka se (denn jetzt) ma tuckeln?
Wie so oft bleibt nur das eine: selbst ist die Frau. Gibt es keine genauen Informationen, so bleibt sie schlicht bei ihren Assoziationen. Ich stelle mir ein altes Bauerngut vor, irgendwo tief im Westen, als der Pott noch nicht an allen Ecken und Enden brodelte. Es ist so viel zu tun, dass kaum Zeit bleibt, um sich mit einer exakten Wortwahl zu beschäftigen. Also wird die Bäuerin, der es zu langsam beim Mittagsmahl zugeht, ihre Magd angehalten haben: Ka se ma tuckeln? Auf Hochdeutsch: Kann sie mal weiter machen? (Aber plötzlich?! Dalli dalli, weiter essen?! Fix das Essen verdrücken?!) Im Laufe der Zeit wurden dann die Teile dieses Satzes zu „verkasematuckeln“ verbunden.
Einen Haken hat die Sache: Was ist mit den Männern? Sie werden nicht erwähnt. Aber auch dafür habe ich einen Vorschlag: Wie wäre es im maskulinen Fall mit „Ka er ma tuckeln“? Würde also jemand sagen: „Ich hab das schon verkaermatuckelt“, wäre klar: Es kann sich nur um einen Mann handeln. Oder muss ich das jetzt noch weiter erklären, erläutern, verdeutlichen, äh, verkasematuckeln?



