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Alles auf Null?

erstellt am: 26.07.2011 | von: MAd | Kategorie(n): Wortwahl

Ein neues Millenium – und alte Probleme: Geld und politische Machenschaften, Untergangsszenarien und die Macht der Finanzmärkte. Glaubt man den Wörtern des Jahres, dann sind auch die Nuller-Jahre voll von Empörung und Bedrohung. Auch wenn zwischendurch die Fanmeile für Partystimmung sorgt.

Schwarze Partei

Düstere Einblicke und trübe Perspektiven für die Schwarzen zu Beginn des neuen Jahrtausends. Der Grund dafür: Eine beachtliche Schwarzgeldaffäre rund um die Herren Walter Leisler Kiep (CDU-Schatzmeister), Karlheinz Schreiber (Waffenhändler) und Heiner Geißler (CDU-Generalsekretär). Doch auch der Kanzler kann sich nicht entziehen. Nach einer Weile des standhaften Leugnens brach es aus ihm heraus: Ja, es habe schwarze Konten bei der CDU gegeben, mit Hilfe derer rund 2 Millionen DM an Spenden verschleiert werden konnten.

So weit, so ehrlich und auch die politische Verantwortung hat sich Kohl auf seine Schultern geladen. Das heißt aber noch lange nicht, dass damit ein Unrechtsbewusstsein einhergeht. Und alles muss die Öffentlichkeit dann auch nicht wissen: Bis heute wurden die Namen der Spender nicht offengelegt. Schließlich habe er, Kohl, ihnen sein Ehrenwort gegeben – Ehre, wem Ehre gebührt. Mit Sicherheit ist dabei mehr herausgesprungen als ein Ehrenamt.

Kulturkampf

Das Jahr 2001 hielt dann eine Erschütterung ganz anderen Ausmaßes bereit. Eine Nation ringt im Angesicht von Staub und Zerstörung nach Atem. Mit dem 11. September wird aus dem Culture clash endgültig ein Kampf, dem sich kaum jemand auf der Welt entziehen kann. Bündnistreue und Waffenbruderschaft sind plötzlich gefragt, um die USA in ihrem Krieg gegen den Terror zu unterstützen. Die Achse des Bösen ist schnell ausgemacht – aber wie sich zeigen sollte, trotzdem nicht einfach auszulöschen. Die Realität des Krieges hat sich als wesentlich komplexer und undurchsichtiger dargestellt.

Gemeinsam arm?

Obwohl all diese Entwicklungen global andauern, gewinnt 2002 die europäische Nabelschau. Ganz im Sinne des Jammerdeutschen ist die Klage über die ewige Teuerung durch den, jawohl, Teuro. Die Verheißungen der europäischen Gemeinschaftswährung werden von den realen Pegelständen in Portemonnaies und auf Konten schnell hinweg gefegt. Der Schuldenkrise ganzer Staaten ging das Schuldengefühl unzähliger Bürger/-innen voraus. Das Wort des Jahres 2011 liegt schon in der Luft.

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