Seiner Wortherkunft nach hat der Begriff Suchen aber auch gar nichts bei der Sucht zu suchen. Althochdeutsch ist das Verb „siechen“ die Herkunft der Sucht: krank sein. Neuhochdeutsch findet sich die Sucht in Kombinationen wir Bleich-, Gelb- oder Schwindsucht. Der/Die Kranke schwindet mit Tuberkulose dahin, beim Gelbsüchtigen färben sich Haut und Augen gelb und unter dem Namen Bleichsucht litten einst vornehmlich junge Damen unter Eisenmangel.
Von der Sucht zur Abhängigkeit
Kurz und gut: Die auffälligsten Symptome gaben der Sucht ihren Namen. Dass das z.B. bei der Mondsucht so nicht weitergehen konnte, versteht sich von selbst. Kurzerhand wurde der Begriff Sucht von der Weltgesundheitsorganisation schon 1963 abgeschafft und durch Missbrauch, Abhängigkeit oder im wissenschaftlichen Sprachgebrauch durch Abhängigkeitssyndrom ersetzt. Das solle der Stigmatisierung Betroffener entgegenwirken.
Suchtsurfen
Und nun ist es also amtlich: Es gibt 560.000 Bundesbürger/-innen mit Internet-Abhängigkeitssyndrom, das sind ein Prozent aller 14- bis 64-Jährigen. Mal ehrlich, haben Sie sich nicht auch schon mal gefragt, wie Sie früher ohne ausgekommen sind? Gehören Sie vielleicht zu den Internet-Abhängigen dazu? Ab wann tritt dieser Zustand ein? Wenn Sie Ihre Zeitung nicht mehr im Papierformat, sondern im Internet lesen? Wenn Sie Ihre Überweisungen online vornehmen und nicht mehr am Schalter stehen. Wenn Sie – statt sich im Kaufrausch in die Einkaufsmeile zu stürzen – bei Ebay einkaufen?
Und was ist mit MerkWert: Müssen wir uns als Internet-Agentur schon größte Sorgen machen? Wir versuchen, eine Antwort zu finden. Und vielleicht rettet uns eine Selbsthilfegruppe. – Natürlich im Internet.




Find den Begriff Internetsucht auch komisch. Wenn ich den ganzen Tag irgendwelche Spiele am Computer spiele, bin ich doch eher spielsüchtig, oder? Oder ist der Offliune-Begriff dann Spielhallen-Sucht?