Hamburg ist die Stadt mit den meisten Millionären Deutschlands – und vielleicht hegt der ein oder andere von ihnen eine Leidenschaft für das Weichbrötchen mit Fleisch. Oder besitzt gar eine der Fast-Food-Ketten, in denen Hamburger nun mal die Nummer Eins der handlichen Fertiggerichte darstellen.
Ein Hamburger geht übern Teich
Doch mal im Ernst: Was hat der unterkühlte mit dem heißen Hamburger zu tun? Essen die Hamburger nicht Aalsuppe und Labskaus statt Fleischweichbrötchen? Vielleicht tun sie das, aber das, was sie einst unter Hamburger verstanden, das war keineswegs das hauchdünne Stückchen Fleisch zwischen zwei Schlabberbrötchenscheiben, sondern ein kräftiges Stück Rindfleisch namens ‘Hamburger Stück’. Diese Spezialität des hanseatischen Bratentopfs machte sich mit den Auswanderern auf seine Weg über den großen Teich, und verwässerte dabei wohl keineswegs im Geschmack. Vielmehr wurde sie 1842 in den Staaten zum wohlbekannten Steak.
Vielleicht lag es an zu großer sprachlicher Lässigkeit, vielleicht gab es im gelobten Land auch anderes zu tun, jedenfalls wurde aus dem ‘Hamburger Steak’ ein ‘Hamburger’ und schließlich ein ‘Burger’ – und aus dem stattlichen Fleischstück ein Klops aus Hackfleisch.
Zusammengesetzte Hamburger
Und weil ganz Schlaue meinten, der ‘Hamburger’ sei – erstmal rein sprachlich – zusammengesetzt aus ‘ham’ und ‘burger’, entwickelte sich daraus zunächst der ‘cheese- oder beefburger’; in den siebziger Jahren dann sogar der ‘veggieburger’. Mit dem besonderen Stück Rindfleisch, das sich ursprünglich auf Reisen machte, hatte der nun gar nichts mehr zu tun. Und damit dürfte der Hamburger dann ein für allemal aus den Speisekarten der hamburgischen Feinschmecker-Restaurants gestrichen sein. Im Gegenzug gelingt dem (nicht nur) sprachlichen Auswanderer sogar die Aufnahme ins britische Englisch mit einem Vermerk im ‘Oxford English Dictionary“. So trifft der einst feine Hanseat auf britische Zurückhaltung. Am Ende passt das doch.




Ich bin ja mehr für Süsses. Hab grad nen Amerikaner gegessen.