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Sprachlich vergrippt

erstellt am: 17.11.2011 | von: emagla | Kategorie(n): Wortwege

‘Hatschi’ ist ja an sich schon ein schönes Wort und es wert, sich mit ihm zu befassen. Aber heute dient es nur als Einstieg: Es ist halt die Reaktion freundlicher Zeitgenossinnen und -genossen auf das unwillkürliche, explosionsartige Ausstoßen von Luft durch die schlimmstenfalls schnupfenrote Schniefnase, die sich infolge einer Grippe explosionsartig entlädt. Ob Vogel- oder Schweinegrippe, alljährlich setzt mit dem Beginn nassfeuchter Witterung die Influenza-Hysterie ein. Wer sich eine Grippe gefangen hat, hat Pech. Oder hat die Grippe den Patienten/die Patientin (kalt) erwischt?

Woher stammt das Wort Grippe? Etwa von Krippe, was die Assoziation ans kuschelige Bett, in das man sich mit dem lästigen Virus ja am besten begibt, wachruft?

So geht die gute Grille flöten

Kein Gedanke daran, vielmehr ist das Wort laut etymologischen Duden dem französischen ‘grippe’ entlehnt, das soviel wie ‘Laune’ bedeutet. Das scheint zu passen, denn mit der Stimmung steht es oft nicht zum besten, wenn eine/r an der unangenehmen Infektionskrankheit erkrankt.

Grassierende Grippe ist wie tote Leiche

Doch auch ‘grippe’ und ‘greifen’ sind offenbar miteinander verwandt. ‘Gripper’ heißt nämlich ‘nach etwas haschen, greifen’ und sogar ‘ausbreiten’: auf gut Deutsch ‘grassieren’. Wenn die Grippe also grassiert, dann ist das blöd und zudem sprachlich doppelt gemoppelt.

Wer also glaubt, sich eine Grippe geholt hat, liegt daneben. Vielmehr hat die Grippe sich ihr Opfer gegriffen. Lassen Sie sich nicht erwischen!

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