Jahr für Jahr dasselbe Prozedere: Die Gesellschaft für deutsche Sprache kürt aus einer Liste von Wörtern, die ein Jahr und seine Themen widerspiegeln, die Nummer 1. 2011 hat es das Wort ‘Stresstest’ auf den ersten Platz geschafft. Auf Platz 2 folgt ‘hebeln’ als Ausdruck für die Ausweitung des Euro-Rettungsschirms, das schöne Kunstwort ‘Arabellion’ für die Revolutionen in vielen arabischen und nordafrikanischen Ländern ist auf Platz 3 dabei.
PolitikerInnen beim Wort genommen
Auffällig viele PolitikerInnen haben 2011 offenbar wenigstens unseren Wortschatz bereichert. ‘Merkozy’ das verbindet nicht nur Deutschland und Frankreich, sondern auch zwei nicht mehr ganz junge Menschen, die noch einmal den Zauber einer Zweierbeziehung in Zeiten der Krise erleben. Apropos Krise, klar, ohne KT geht es nicht: ‘guttenbergen’ ist wohl offenbar nicht nur ein Wort der Jugendsprache, sondern ein für alle wohlbekanntes Synonym fürs Abschreiben.
Gleich, ob abgeschrieben oder nicht: Auch Philip Röslers „Ab jetzt wird geliefert“ – diesen markigen Spruch verkündete er in seiner Rede anlässlich der Wahl zum Vorsitzenden – fand Einzug in die Wörterliste 2011. Immerhin hat er sich mit dieser Ansage nicht aufs üble Feld der Unwahrheit begeben: Was so genau geliefert wird, hat er ja nicht verraten.
Doch wir verraten jetzt, weshalb die Nummer 1 der Wörter des Jahres einen Rückschluss auf das Wortgefühl von MerkWert zulässt. Ganz einfach, bereits am 1. April hat der Stresstest uns zum Fabulieren und Sinnieren angeregt. Das können Sie auch nachlesen: Stresstest unser. Unser Wort des Jahres.




Für mich ist Stresstest eher das Unwort des Jahres!